Der Anfang


Die Idee, einen privaten Lokalsender in der Pfalz zu starten, geht bis in die zweite Hälfte der 60er Jahre zurück. Damals hatte ich durch Zufall den Aufstieg des 1. Programms des Saarländischen Rundfunks, der "Europawelle Saar", zum Publikumsfavoriten mitbekommen und war fasziniert. Da wollte ich mitmachen! Die Ernüchterung allerdings kam; sie kam Anfang der 70er Jahre, als ich mit der Schule fertig war und mich bei Radiosendern bewarb. Die Erkenntnis war schmerzlich, aber ich musste sie schlucken: Auf eine offene Stelle kamen etwa tausend Bewerber. Es war also schlichtweg aussichtslos.


Es sei denn, ... Es sei denn, man etabliert einen eigenen Sender. Doch die Idee wurde - zunächst einmal - so schnell auf Eis gelegt wie sie geboren wurde. In Deutschland gab es keinerlei Möglichkeiten, privaten Rundfunk zu veranstalten. Auch das Stochern in Gesetzeslücken brachte im Prinzip nichts. Ein Programm für Minderheiten hätte vielleicht eine Chance gehabt, aber das hätte auf Kurzwelle ausgestrahlt werden müssen. Und wer hört die schon?! Trotzdem gab ich den Plan nie auf. Zu faszinierend war die Sache. Dabei interessierten mich sämtliche Aspekte des Radios: die Technik, der Journalismus, die Musik, die Präsentation.



Es tut sich etwas


Schon fast vergessen, weil sich jahrelang nichts tat, wurde mein Plan 1977 urplötzlich zu einem Wendepunkt geführt. Erstmals gab es in Deutschland Diskussionen über die Zulassung privater Rundfunkveranstalter - ähnlich wie in den USA und anderen Ländern. Zwar sprach man zunächst nur über Fernsehen, aber es war nur eine Frage der Zeit, wann auch über den Hörfunk gesprochen werden würde. Die ersten potenziellen Anbieter wurden vertröstet und Prozesse gegen diese Taktik und die geplanten Auflagen geführt. Aber der Privatfunk würde kommen, dessen war ich mir sicher.


Und er kam. 1982 wurden die Pläne für Privat-Rundfunk in Deutschland konkret. Bald schon sollten Versuchsprojekte in den neuen Kabelnetzen gestartet werden. Die Bundesländer sollten als zuständige Behörden ihre eigenen Gesetze ausarbeiten und in Kraft setzen. Rheinland-Pfalz spielte dabei unter dem damaligen CDU-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel eine Vorreiterrolle. 1984 startete das bundesweit erste Kabelpilotprojekt in Ludwigshafen-Vorderpfalz mit dem sogenannten "Urknall".



Jetzt handeln


Der Zufall wollte es, dass ich Sommer 1983 einen alten Bekannten rein zufällig auf dem Augustmarkt in Kirchheimbolanden beim Stöbern an einem Plattenstand traf. Beim gemeinsamen Durchblättern der schwarzen Scheiben kamen wir ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass auch er sich fürs Radio interessierte. Sofort machten wir einen Termin aus, an dem wir uns - unter Zuziehung meines Freundes - treffen wollten. Das Treffen fand statt, und wir beschlossen, uns zu organisieren, um bei der anstehenden Lizenzvergabe überhaupt eine Chance zu haben. Aus finanziellen Gründen stand uns lediglich die Gründung eines Vereins zur Verfügung. Am 25. September 1983 fand die konstituierende Sitzung der "Interessen-Gemeinschaft Radio Donnersberg" im Nebenzimmer eines Gasthauses in Kirchheimbolanden statt. Ausser uns drei Initiatoren hatten wir noch neun Bekannte überredet mitzumachen, damit die vorgeschriebene Mindestzahl von Gründungsmitgliedern von sieben mit Sicherheit erreicht wurde. Am 27. Oktober 1983 wurde der Verein unter dem Aktenzeichen VR 1288 ins Vereinsregister des Amtsgerichts Rockenhausen in Kaiserslautern eingetragen. Gleichzeitig wurde schnellstens damit begonnen, die neuen Interessenten, die bisher kaum eine Ahnung vom Radiomachen hatten, in Crash-Kursen auszubilden und neue Mitarbeiter auf ehrenamtlicher Basis zu gewinnen.


In meinem Keller wurde ein provisorisches Mini-Studio mit Primitivstgeräten eingerichtet. Hier wurde fortan zweimal pro Woche abends trainiert. Parallel sorgte der neue Verein für Öffentlichkeitsarbeit. Die Bevölkerung sollte für das neue Lokalradio interessiert werden.



Wir senden!


Der Verein, der von meinem radio-interessierten Bekannten geleitet und von mir als Schriftführer begleitet wurde, bemühte sich nun über das Justizministerium, eine Erlaubnis zu bekommen, im neuen Kabelpilotprojekt Sendungen ausstrahlen zu dürfen. Diese bekamen wir auch rasch, und die Ludwigshafener Anstalt für Kabelkommunikation (AKK) - der Vorläufer der heutigen LPR als Genehmigungsbehörde - gab uns auch die Sendegenehmigung. So sollte Radio Donnersberg beginnen, montags von 19 bis 21 Uhr ein Magazin mit Donnersberger Touch zu senden, das bei mir im Keller produziert und per Cassette nach Ludwigshafen geschickt werden sollte.


Doch so weit kam es gar nicht. Noch während der Vorbereitungen zu diesen aufgezeichneten wöchentlichen Sendungen brachte unser damaliger Vorsitzender Neuigkeiten aus Ludwigshafen von einer Sitzung mit der Genehmigungsbehörde mit. Danach sollte schnellstens eine landesweite freiabstrahlende Privat-Senderkette gebildet werden. 216 Veranstalter interessierten sich für diese Möglichkeit. Der damaligen CDU-Landesregierung wurde oft vorgeworfen, sie habe diese Kette nur schaffen wollen, um den rheinland-pfälzischen Zeitungsverlegern den Zugang zum Privatfunk zu ermöglichen. Und nun gab es all diese Interessenten; der Trägerverein von Radio Donnersberg war einer davon. Die AKK legte daraufhin fest, dass sich die potenziellen Anieter in Gemeinschaften zusammenschliessen sollten. Diejenige mit den besten Aussichten und der gesellschaftlich relevantesten Zusammensetzung sollte den Zuschlag erhalten. Warum auch immer - es wurde viel spekuliert von wegen politischer Durchsetzbarkeit des Verlegerfunks usw. -, letztlich erhielten alle vier Anbietergemeinschaften mit allen 216 Veranstaltern den Zuschlag zusammen.



Der Anfang ist gemacht


Schon bevor bekannt wurde, dass es eine terrestrisch abstrahlende Senderkette auf privatrechtlicher Basis geben würde, interessierte sich die SPD für uns. Auf regionaler Ebene wurde uns Interesse entgegengebracht. Nachdem der Run auf die Lizenz begonnen hatte, kamen auch andere auf uns zu. Radio Donnersberg entschloss sich schliesslich, dem SPD-nahen "Linksrheinischen Rundfunk" (LR) beizutreten; dabei spielte die finanzielle Seite die grösste Rolle - politisch wollten sich die Donnersberger stets neutral darstellen. Besonders "PRO Radio 4", das schliesslich zusammen mit dem Linksrheinischen Rundfunk und den Verlegerfunkern von RPR (Rheinland-Pfälzische Rundfunkgesellschaft) und "Radio 85" (einem überregionalen Grossverlegermodell) den Zuschlag bekam, war um uns bemüht - vergeblich aber. Am 1. Mai 1986 ging "Radio 4" auf Sendung. Zunächst konnte noch nicht das ganze Land versorgt werden, aber wenigstens der südliche Teil. Jede der vier Anbietergemeinschaften erhielt eine gewisse Sendezeit zugewiesen. So entstand ein Fleckenteppich mit Programmfetzen unterschiedlichster Art. Kein Wunder also, dass Radio 4 nie so richtig den Durchbruch schaffte.


Auf den vielen Sitzungen des LR, die ich mit anderen zusammen für Radio Donnersberg besuchte, musste ich ein Phänomen feststellen: Als es um den Aufbau ging, zog jeder am gleichen Strang. Als man auf Sendung war, fühlte sich jeder benachteiligt, und die Streitereien begannen, die dann dazu beitrugen, dass der LR zerschlagen wurde. Ein Zustand, den ich später beim eigenen Projekt "Radio Donnersberg" leider auch feststellen musste; aber dazu kommen wir noch.



»Schaufenster Nordpfalz«


Radio Donnersberg sendete. Und das sogar über Antenne. Aus meinem Keller wurden wöchentlich zwei produzierte Cassetten mit je 20 Minuten "Schaufenster Nordpfalz" (zuerst "Schaufenster Donnersberg") nach Ludwigshafen geschickt, die jeweils dienstags und donnerstags kurz vor 17 Uhr gesendet wurden. Die LR-Mannschaft kritisierte; man war offensichtlich nicht "alternativ" genug, und die technische Qualität der Cassetten sei auch miserabel, hiess es.


Nach einiger Zeit mietete der Verein in einem Privathaus einen Raum an und verbesserte auch seine technische Einrichtung. Finanziert wurde die Verbesserung durch Werbung, die ein Fachmann aus der Region für uns im Gewaltmarsch einholte. Ab und zu durften die Kirchheimbolander auch am Wochenende mal live aus Ludwigshafen eine Stunde senden. Und bald wurde auch eine halbe Stunde Nachtprogramm gelegentlich aus Kirchheimbolanden aufgezeichnet ausgestrahlt. Auch Features von einer Stunde Länge kamen aus Kirchheimbolanden ins Radio 4-Programm, die durchaus - wie ein Beitrag über John Lennon - journalistischen Anklang fanden. Weitere Themen waren beispielsweise Mukoviszidose, Greenpeace, Atomwaffentestopfer in den USA und Piratenfunk der späten 50er Jahre. Inzwischen war ich Vorsitzender des Vereins und Sendeleiter.



Die nächste Stufe


Radio 4 bröckelte, der Erfolg blieb aus. Zunächst verkaufte Radio 85 seine Anteile an RPR. Und 1989 legte die aus der AKK hervorgegangene Genehmigungsbehörde LPR (die AKK war nur noch Studiobetrieb) fest, dass die anstehende Lizenzverlängerung nur noch an einen einzigen Anbieter ginge. Das konnte nur RPR sein. Der innerlich von Querelen gebeutelte LR verkaufte dann, und schliesslich auch PRO Radio 4. Für uns bedeutete das erst einmal das Aus für unsere Sendetätigkeit. Miteigentümer an Radio 4 - dann "Radio RPR" - ist Radio Donnersberg bis heute.


Zu dieser Zeit kam Endstimmung auf. Keiner wusste so recht, wie es weitergehen sollte. Zwar hatte man bisher kein eigenes unabhängiges Programm senden können, aber wenigstens durfte man "mitsenden": das war jetzt vorbei. 1990 verkabelte die Stadt Kirchheimbolanden ihr Gebiet mit Breitbandkabel. Der damalige Bürgermeister kam auf uns zu und meinte, es sei doch nur logisch, dass wir darin unser Programm ausstrahlen könnten. Darauf konzentrierte sich nun unser Wirken. Plötzlich war wieder Aufbruchstimmung da. Wir mieteten Räume im historischen Vorstadtturm, bauten die Technik weiter aus, rekrutierten weitere Mitarbeiter. Das Management unter meiner Leitung war damit beschäftigt, die notwendige Lizenz einzuholen und Verträge mit den zuständigen Stadtwerken wurden ausgehandelt. Nach vielen Verhandlungen bekamen wir im Mai 1991 die Genehmigung der LPR, und nach noch mehr Verhandlungen gingen wir am 1. November 1991 endlich auf Sendung. Für die Werbung sorgte von da an eine Kollegin, die auf Provisionsbasis arbeitete und dafür ihren Job aufgab.



In eigener Regie


Das Programm an Samstagen und Sonntagen bestand aus jeweils zehn Stunden Livesendungen. Werktags sendete man zwei Stunden live, und um die vorgeschriebene Mindestsendestundenanzahl von fünf zusammen zu bekommen, wiederholte man drei Stunden Programm vom Wochenende. Und obwohl die Kirchheimbolander Geschäfte zaghaft Werbung schalteten, die Hörer blieben aus, die Werbung ging wieder zurück. Damals begann ich, ums überleben des Senders zu kämpfen. Ich rannte förmlich der mittlerweile sozialdemokratisch geführten Landesregierung in Mainz die Tür ein. Immerhin waren wir das, was die SPD mit dem LR nicht geschafft hatte: ein alternatives Radioprogramm (im Sinne von "nicht-Verlegerfunk" in Rheinland-Pfalz.). Und tatsächlich, es wurde nach viel Hin und Her (urplötzlich) eine freie Frequenz für den Raum Kirchheimbolanden gefunden: die 97,1 MHz. Ab 24. Mai 1994 sendete sie. Inzwischen waren wir vom Vorstadtturm in ein städtisches Gebäude gegenüber unseres bisherigen Domizils eingezogen.


Zuerst sendete Radio Donnersberg weiterhin das "Kabelprogramm", zwei Stunden live und drei Aufzeichnungen. Den Rest bestritt ein CD-Wechsler.


Als die Hörer ausblieben, entschloss man sich zu riskantem Handeln: Ich gab meine gut bezahlte Stellung auf, und der Trägerverein stellte mich für einen "Hungerlohn" als hauptberuflichen Chef vom Dienst ein. Ab April 1995 gab es den ganzen Tag über moderiertes Programm. Ein Azubi wurde zusätzlich auf 630.--Markbasis eingestellt und weitere Mitarbeiter, die tagsüber Zeit hatten (meist Hausfrauen), kamen hinzu. Rigoros wurde dann damit begonnen, das Programm zu standardisieren, zu "formatieren". Auf einmal hatten wir Hörer, die Werbeschaltungen liefen an. Das formatierte ganztägige Programm und die Bemühungen der Werbeakquisition hatten gefruchtet.


1996 war das beste Jahr für Radio Donnersberg. Das Programm wurde ausgeweitet, die lokale Berichterstattung lief richtig an, wir waren auf Veranstaltungen präsent, finanzmäßig machten wir Gewinn für Anschaffungen und Rücklagen, und die Hörerzahl nahm stetig zu. Innerhalb allerdings kriselte es langsam. Erste Stimmen derer wurden laut, die ehrenamtlich eine Sendung gestalteten, dass es unfair sei, dass es bezahlte Kräfte gäbe, wenn andere ihre Freizeit opferten. Was die ausser Acht liessen war, dass hier sichere Stellen aufgegeben wurden, um das Radio voranzubringen - ohne hätte es Radio Donnersberg damals schon gar nicht mehr gegeben. Und: Auch die bezahlten Kräfte wurden ja nur für ihre Arbeit tagsüber bezahlt; abends und am Wochenende schoben auch sie ehrenamtliche Schichten zusätzlich. Um einen weiteren Schritt zur Professionalität zu machen, wurde ein Volontär mit der Musikredaktion betraut. Er fegte schnell mit eisernem Besen alle die in den Hintergrund, die mit der Standardisierung und Formatierung des Programms nicht Schritt halten konnten. Zwar machte ich mich oftmals zu dessen Handlanger, aber oft musste ich auch vermitteln. Der Ärger wurde grösser; erste Kollegen verliessen den Sender.



Der Anfang vom Ende


1997 gab es im Verein Wahlen, und besagter Musikredakteur schaffte es knapp, in den Vorstand gewählt zu werden. Mit seinen neuen Ideen und Vorstellungen schaffte er es, das Gremium vor die Zerreissprobe zu stellen. Ich war unbeugsam und lehnte mich gegen allzu weites Aus-dem-Fenster-Legen auf; schliesslich gab der Kollege in einem taktischen Schachzug auf und trat zurück. Sein Nachfolger bekam als einer der ersten mit, dass er im Hintergrund die Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter, die er selbst mit verursacht hatte, nutzte, um einen Umsturz vorzubereiten. Als ich dem Vorstand meinen Rücktritt anbot, um die (mir vorgegaukelte) schlechte Stimmung zu beruhigen, wusste ich nicht, dass die Weichen schon längst gestellt waren. Der Weg war frei, um den besagten Redakteur zum neuen Vorsitzenden durchzuboxen. Zwar wurde mir nach meinem Rücktritt einiges klar, aber es war zu spät, gegen die Machenschaften anzukämpfen. Kurzum: Der neue Vorstand stellte sich selbst als "DIE neuen Macher" dar, die den Sender jetzt couragierter vertreten und zum noch grösseren Erfolg führen würden. Alles das also sollte gemacht werden, wogegen ich mich angeblich verschlossen und was ich blockiert hätte.



Chaos


Doch die Rechnung ging nicht auf. Nach knapp sechs Monaten war man am Ende. Die Kassen waren fast leer, die Werbekunden davongelaufen, die Stimmung in der Mannschaft auf dem Tiefpunkt - hatte man doch viel versprochen und wenig gehalten. Einen querulanten Mitarbeiter, den man in der Manipulation gegen mich "benutzt" hatte, war der neuen Führung selbst zum Problem geworden. Man trat geschlossen zurück. Für eine halbjährige Übergangsphase (bis zu den regulären Neuwahlen) liess ich mich trotz stärkster Bedenken (zuviel war mir widerfahren) noch einmal als Vorsitzender wählen. Einer meiner von mir selbst vorgeschlagenen Mitstreiter allerdings boykottierte meine Bemühungen, an die Erfolge früherer Jahre anzuknüpfen. Er hatte offenbar andere Pläne, die er aber nie offen ausbreitete. Es gab Streit. Der neue Vorstand harmonierte nicht. Der Verein sank weiter ab; unüberlegte Finanzaktionen machten die Kassen schliesslich vollends leer.


Ein dann neu eingesetzter Vorstand, den ich quasi zur Rettung des Projekts massiv beim Wahlkampf unterstützte, harmonierte nicht. Der Vorsitzende trat zurück, und in Ermangelung eines neuen Kandidaten, übernahm der Kassenwart den Vorsitz kommissarisch gleich mit. Leider hatte der vom Radio keine Ahnung, und er konnte kaum etwas verbessern. Die Kassen wurden zwar kurzfristig etwas aufgemöbelt, weil er Aussenstände eintrieb, aber neue Werbung gab es fast nicht. So blieb die Finanzsituation schlecht. Schliesslich kam es, wie es kommen musste: Man konnte mich - nachdem man die Volontärsstelle schon vorher abgeschafft hatte - nicht mehr bezahlen, und ich wurde entlassen. Damit war das Tagesprogramm im Radio endgültig Vergangenheit.



Das Ende


Ab dem Jahre 2000 leitete der allererste Vorsitzende den Verein wieder, oder das, was von ihm übrig geblieben ist. Das Programm war auf wenige Stunden am Tag geschrumpft. Und das fand spät nachmittags oder abends statt. Zu den Radiospitzenzeiten (morgens, mittags etc.) war nur der CD-Wechsler zu hören. Der wurde zwar dann durch ein kostspieliges computergesteuertes Musikprogramm erzetzt, aber unterm Strich lief eben nur Musik. Das Vertrauen der Werbekunden fehlte erwartungsgemäss - die Hörer fehlten auch. Und das, obwohl die Reichweite sich fast verdreifacht hatte - nach einem Antrag, den noch ich 1997 vor dem Umsturz gestellt hatte, gab es einen zweiten Sender für Eisenberg auf 94,8 MHz (welcher schon zwei Jahre vorher ans Netz hätte gehen können, wenn der "Umsturz-Vorstand" Anfang 1998 nicht geschlafen hätte). Dann kam sogar ein weiterer Sender für Rockenhausen auf 87,6. An Infrastruktur mangelte es also nicht.


An was es mangelte war ein griffiges Konzept. Aus purer Ratlosigkeit stellte man das Musikprogramm auf deutsche Schlager um, trat damit in direkte Konkurrenz zu anderen etablierten Radiosendern. Nach aussen gaukelte man vor, das neue "Konzept' greife, aber die Wahrheit sah anders aus - wie wir heute wissen.


Schulden, hauptsächlich durch unüberlegte und überwiegend unnütze Anschaffungen, mangelndes Konzept eines ansprechenden Programms für eine kaufkräftige Zielgruppe, vergeigte Akquisition und ein zu starkes Selbstvertrauen haben den Sender zwangsläufig in den Ruin getrieben. Die Telekom schaltete am 2. Januar 2003 die Sender ab, nachdem die Schulden ins Unendliche gewachsen waren.




War Radio Donnersberg MEIN Baby? Nun, es haben viele an diesem Projekt mitgearbeitet; ohne deren Hilfe wäre das Projekt nie zustande gekommen. Aber, im Grunde genommen - ja, ... es WAR "mein Baby"! Ich denke, das kann man ohne Übertreibung so sagen ...

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